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Mitteldeutscher Hundezucht Verband e.V.

Nationaler und internationaler Dachverband

 

Nachdem die Veterinärämter der Stadt Pforzheim und des Enzkreises erst kürzlich einen Fall des unerlaubten Handels mit aus dem Ausland eingeführten Hunden aufgedeckt hatten, meldet das Verbraucherschutz- und Veterinäramt nunmehr einen vergleichbaren Fall aus dem östlichen Enzkreis. Hier hatte eine Vielzahl von Internet-Anzeigen, mit denen Chihuahua-Welpen zum Verkauf angeboten wurden, die Aufmerksamkeit der Behörde geweckt.

Die Veterinäre machten daraufhin gemeinsam mit der Polizei beim Anbieter der Tiere einen „Hausbesuch" und wurden rasch fündig: Von den kurz zuvor angebotenen Chihuahuas waren noch drei Welpen vor Ort. Diese sollten – so die ersten Angaben der Verkäuferin – im Auftrag einer aus Tschechien stammenden Urlaubsbekanntschaft verkauft werden. Sie habe die Welpen persönlich an der tschechischen Grenze in Empfang genommen und nach Deutschland gebracht – leider ohne hierbei die einschlägigen tierseuchenrechtlichen Bestimmungen einzuhalten.

„Dazu gehören unter anderem Impfungen und eine vorherige Untersuchung durch einen Amtstierarzt", erklärt Dr. Ulrich Dura, Leiter des Veterinäramts: „Die von der EU bei der Einfuhr von Tieren aus dem Ausland festgelegten Regelungen, wonach zum Beispiel eine Tollwut-Impfung zwingend vorgeschrieben ist, sind keine bürokratische Schikane, sondern ein wirksamer Schutz gegen das Einschleppen von Tierseuchen."

Ebenso wenig erfreut war man beim Landratsamt vom Ergebnis der weiteren Ermittlungen: Ging man zunächst noch davon aus, dass der Handel mit den Welpen als „kleiner Nebenverdienst" geplant war, so zeigte sich nach weiteren Recherchen, dass man einem illegalen Gewerbe größeren Umfangs auf die Spur gekommen war. „Nach unseren derzeitigen Erkenntnissen sind allein in den letzten sechs Monaten deutlich mehr als 50 Chihuahua-Welpen unerlaubt nach Deutschland gebracht und hier zum Stückpreis von rund 500 Euro verkauft worden", so Dura.

Gegen die Verkäuferin der Hunde wurde zwischenzeitlich ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren eingeleitet. Die Höhe des Bußgeldes liege deutlich im vierstelligen Bereich, sagt Dura und macht deutlich: „Damit soll zum einen der Gewinn abgeschöpft werden, der durch das begangene Unrecht erzielt wurde – vor allem aber wollen wir klar machen: Illegaler Tierhandel ist nicht zur Nachahmung empfohlen!"

Die drei beschlagnahmten Chihuahua-Welpen wurden von den Veterinären des Enzkreises ins Pforzheimer Tierheim gebracht.

Quelle: Pressemitteilung Enzkreis