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Mitteldeutscher Hundezucht Verband e.V.

Nationaler und internationaler Dachverband

 

Kurzeinleitung zu Hunderasse Hovawart

FCI Gruppe: 2 Sektion: 2.2 Standard Nr. 190

Liebe Hunde Freundinnen und Freunde,
wir sind ständig auf der Suche nach Hunden und Rassen welche unseren Idealen und Vorstellungen entsprechen. Warum sollte sich der Hundehalter vom Autofahrer unterscheiden?
Nein es gibt eigentlich keinen Unterschied. Hunderassen und Mischungen sind so vielfältig wie Auto Typen. Jedes Tier und jedes Fahrzeug entspricht den Vorstellungen, Bedürfnissen, Neigungen und natürlich auch den finanziellen Möglichkeiten der Besitzer.
Ja über Geschmack lässt sich streiten und das ist ja gut so. Auch wie langweilig wäre uns, liebten wir alle die selbe Frau oder den gleichen Mann.

Für diese Beschreibung nutzen ich verschiedene Quellen wie Zeitungen, Bücher und Kataloge, da der Hovawart erst seit etwa 1937 als neue Rasse anerkannt und eingeschrieben ist. Der Hovawart wird im FCI Verzeichnis unter der Registriernummer; 190/1998 geführt, der VDH, IHV, MHZV und weitere Hovawartzucht Vereine/ Verbände, züchten weitgehend nach diesen Vorgaben.

Geschichte:
Der Ursprung der Rasse wurde bereits in Urkunden aus dem Mittelalter etwa 13 tes J/h erwehrt. Der Name soll aus dem Mittelhochdeutschen Stammen, „Hova“ Hof- Wart-Wächter.
Leider sind hier keine Unterlagen erhalten oder Überliefert. In Gemälden und Wandbildern verschiedener Fürstenhäusern ( Schlösser/ Burgen) sind jedoch Hunde dargestellt welche den heutigen Hovawart sehr ähnlich sehen. Die Hunde wurden auf Bauernhöfen und Gesellschaftlich unbedeutenden Häusern zum Schutz von Hab- und Gut und zum Schutz von Kleingetier (Federvieh usw.) gehalten.
Der Adel hielt sich hier Rassen wie Jagd und Treibhunde. Also Doggen und Bracken usw. .

„Hovawart“ ist also eine sehr alte Gebrauchshunderasse welche in Vergessenheit geraten war oder an Bedeutung verloren hatte. Leider sind nur wenige schriftliche und malerische Überlieferungen erhalten.
Etwa um 1920 bis 1922 wurde durch einen Hundefreund Namens „König“ eine Nachzucht der alten Rasse Hovawart, durch Einkreuzen wie Deutschen Schäferhund, Neufundländer. Leonberger und weiterer nicht genau bekannten Hunderassen der heutige Hovawart als Gebrauchshund gezüchtet.

Durch Streit unter den Züchtern des Hovawart und den wirren Kriegsjahren, erster und zweiter Weltkrieg, gab es auch hier eine Unterbrechung in der Zucht. Eigene Recherchen ergaben hier keine gesicherten Angaben zu Zuchtfreunden und Zuchttechniken und weiterer Einzelheiten, die als gesichert oder amtlich hinterlegt, gelten können.

Sicher ist, dass der Ursprung des heutigen Hovawart im Thüringer Raum liegen muss. Die Rasse wurde 1936 /37 in Deutschland anerkannt, am 1964 als Gebrauchshunderasse.
Durch der Teilung Deutschlands nach 1961 hat sich der Hovawart in zwei Linien weiterentwickelt. Die Züchtung war durch der Spaltung Deutschland nur auf Umwegen über Ungarn, Österreich und Holland, usw. möglich.
Es entwickelten sich in der Züchtung (kleinere sportliche) West und (kräftig robuste) Ost Gebrauchshunde.

Wir als Züchter in Sachsen, sind von der Ostlinie überzeugt und wollen den Hovawart vom „ kräftigen robusten Typ“ weiter Züchten.
Genau so, wie viele Züchter auf dem Gebiet der neuen Bundesländer, Österreich, CZ, Ungarn usw..

Durch starke Selektionsmasnahmen wurde der ursprüngliche Gebraushunde Typ weitgehend erreicht.
Insbesondere die Selektion bei HD und ED welche auch durch unseren Verein praktiziert wird, konnten in den letzten Jahren Gelenkprobleme stark zurück gedrängt werden. Die Züchtung von beschwerdefreien Tieren ist letztlich Bemühung der Züchter des IHV, bei allen vorwiegend größeren Hunderassen.
Hier hat sich unser Verein mit den Zuchtbestimmungen, weit vor anderen Vereinen / Verbänden gestellt.

Auf Beobachtung weiterer möglichen Erbkrankheiten, die sich von Rasse zur Rasse unterscheiden können wird auch hier großer Wert gelegt. Zuchtwarte und Rassebetreuer und Richter/ Sachverständige so wie Tierärzte sind daher ständig bemüht Erfahrungen am Züchter und Hundehalter weiterzugeben.

Aber nun zur Rassenbeschreibung:

Erscheinungsbild:
Der Hovawart ist ein kräftiger kraftvoller, mittelgroßer, robuster Gebrauchshund, mit langem Haar, der Geschlechtsunterschied ist beim Schädel und Körperbau erkennbar.

Wesen:
Der Hovawart ist bei Eignung und Ausbildung, ein Gebrauchs , Wach- und Schutzhund. Der Hovawart wurde bisher im Bereich der Polizei und Zoll als Such- und Spürhund ausgebildet, einzelne Hunde konnten auch zum Blindenführhund ausgebildet werden.
Aber auch als Therapie und Familienhund ist der Hovawart geeignet.
Ist der Hovawart im Schutzdienst ausgebildet, erfüllt er mit Treue seine Aufgabe, auf Grund seines eigenständigen Verhalten ist er dann aber für Familien mit Kindern weniger geeignet.

Kopf:
Nasenlöcher gut ausgebildet, Pigmentirung ist schwarz, bei schwarzen und schwarzmarkenen Hunden.
Bei blonden Hunden ist eine Wechselnase, schwarz oder weniger Pigmente zulässig.
Der Fang ist Kräftig, und nach vorn verjüngt. Lefzen liegen gut an. Der Stopp ist gerade. Rüden sind meist breiter.

Ohren:
Hängen als Dreieck am Hinterkopf und verdecken den Gehörgang.

Augen:
Sind oval und sitzen korrekt im umschlossenem Lied. Nicht zurück oder hervorstehend.
Farbe ist dunkel- bis mittelbraun.

Gebiss:
Der Hovawart hat 42 Zähne und ein Scherengebiss. Zangengebiss ist zulässig aber nicht erwünscht.

Hals:
Mittellang, die Kehle ist dicht unter der Haut, gut unter dem Fell versteckt.

Rumpf/Körperbau:
Die Brust ist breit, tief und kräftig. Der Rücken ist gerade und fühlt sich fest an.
Die Kruppe ist leicht abfallend und nicht allzu lang. Die Lende ist Kräftig und länger als die Kruppe.

Haut:
Straff anliegend. Farblich unterscheidet sie sich bei schwarzen und blonden Hunden, zwischen rosa und blau schimmernd.

Gang:
Der Gang ist geradlinig ohne Kuhgang (Beinschluss). Hinter und Vorderhand werden parallel gestellt.

Vorderhand:
Ist kräftig und von vorn und der Seite, gerade und senkrecht gestellt.

Hinterhand:
Ist kräftig und von hinten gesehen senkrecht gestellt. Die Hinterhand steht gut im Winkel.
Steht im Verhältnis zum Rumpf.

Vorderfuß:
Leicht schräg gestellt.

Fußwurzel:
Fußwurzel und Zehen sind geschlossen.

Ellenbogen:
Liegt an der Brust an.

Zehnägel:
Zehnägel sind sind bei blond weniger und bei schwarz mehr pigmentiert.
Afterkrallen sollten entfernt werden. Je nach Zuchtbestimmungen.

Haarkleid:
Haarkleid ist geschlossen, lang, gewellt und anliegend. Am Kopf kürzer, weniger Unterwolle.

Farbe:
Den Hovawart kennt mann in drei Farbschlägen.
Schwarz, Blond und Schwarzmarken.

Das Haarkleid ist blond oder schwarz glänzend. Die Farbe der Markenzeichnung ist Mittelblond. Am Kopf beginnt die Zeichnung unter dem Nasenrücken über die Lefzen bis zur Kelhmarke.
Punktförmige Marken befinden sich über den Augen. Die Brustmarke kann miteinander verbunden sein. Vorder- und Hinterhand sind gleichmäßig gezeichnet. Bei blonden Hunden ist ein Übergang zur Farbe weiß in Rute und Intimbereich zulässig.

Größe in Widerrist gemessen:
Rüde 63-70 cm, Hündin 58- 65cm

Gewicht:
zwischen 25 kg und 35 kg

Nachkommen:
Je nach Verbahrung können alle drei Farbschläge erwartet werden.

Die Zahl der Welpen beträgt etwa 6 bis 12 je Wurf. Die Geburt dauert bis zu 12 Stunden.
Der Hovawart von kleinen Wuchs wird aus Unwissenheit oft als Mischling angesehen und die blonden Hunde mit Golden Retrievern verwechselt.

Wir als Hundefreunde mit der Zucht beschäftigt, wissen dass nur durch mischen die heutigen Rassen entstanden sind. Hin und wieder sind aus Mischlingen Rassehunde gewollt gezüchtet worden.
Der Hunde Mischling ist eigentlich ehr ein ungewollter Nachkommen zweier oder auch dreier Hundeeltern. Aber mit Ernst bei der Sache zu bleiben, möchte ich noch ein paar Vorzüge der Hovawarte beschreiben.
Nachteile sind uns hier ja als Züchter nicht bekannt.

Abgesehen von der Kraft welche die vier Beine der Hunde entwickeln können. Der Hovawart ist ein guter und lieber Familienhund. Bekannte und Angehörige werden mit übermäßiger Freude empfangen und begrüßt. Fremde welche sich dem Hof oder Haus nähern werden durch lautes Anschlagen angekündigt. Werden Fremde durch die Bezugspersonen begrüßt, ist auch der Hovawart ein lieber Gastgeber. Eindringlinge werden in die Schranken verwiesen, der Ausgang ist hier nicht bekannt.
Wird der Hovawart als Familienhund mit Kleinkindern gehalten, sollte eine Schutzausbildung nicht durch werden. Als anerkannter Gebrauchshund kann der Hovawart durchaus auch Schutzdienste leisten.

Bei Veranlagung von Rüden und Hündinnen, können sie als Such- und Spürhunde beim DRK und Bergwacht usw. eingesetzt werden. Auch als Blindenhund finden Hovawarte Verwendung. Der Hovawart ist ein ausdauernder Begleiter bei Sport und Siel. Die Lebenserwartung beträgt zwischen 9 und 13 Jahren, gelegentlich werden einzelne Tiere auch älter. Hovawart´s sind bis ins hohe Alter verspielt, seinen Bezugspersonen gehorcht er nicht immer beim ersten Mal. Die Rüden neigen eher zur Dominanz, die Hündinnen sind selbstständiger. Sind die Hunde daran gewöhnt, vertragen sie sich mit Pferden, Kühen, Katzen und Federvieh usw..
Der Hovawart ist ein Familienhund mit Wächterqualitäten. Ein Gebrauchshund mit Einfühlung, Herz und auch mal mit eigenen Kopf. Eine liebe aber auch spannende Beziehung. Die Lernbereitschaft und Bewegungsfreudigkeit, ist bei konsequenten und liebevollen Handeln der Hundeführer, bis ins das hohe Alter der Hovawarte, eine ständige aber schöne Herausforderung.

Ja dieser Hund fordert und will gefordert werden.

Züchter und Liebhaber der Rass, Thomas Mehner 2/2012